Das Franken-Spektrum
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Die Band «La Boum» ist nicht nur für ihre Musik, sondern auch für die gute Liveshow bekannt.
 
Aus aller Herren Länder kommen die unterschiedlichsten Songwriter/innen und Bands zum Bardentreffen (27. bis 29. Juli 2007), doch auch die lokale Szene ist erfreulich präsent. Wir stellen die Vertreter aus Nürnberg und Umgebung vor.

Traditionell ist die Bühne der Musikzentrale am Lorenzer Platz die Heimat der Lokalmatadoren: Pangäa eröffnen dort den Reigen am Freitag um 19 Uhr mit einer energetischen, tanzbaren Reggae-Ska-Dancehall-Mischung mit der sie bereits auf zahlreichen Festivals zu begeistern wussten. The Green Apple Sea (Freitag, 21 Uhr) sind personell wie spirituell eng mit der geschätzten Band Missouri verbunden, mit der sie bereits ein gemeinsames Album eingespielt haben: Ruhiger, atmosphärischer Americana-Sound, angelehnt an Bands wie Wilco, Smog oder Calexico.

Spannend verspricht auch das Konzert von Anna's Charms am Samstag um 14.30 Uhr zu werden: Die Sängerin und Songschreiberin Stephanie Anna präsentiert mit ihrer Band einen atmosphärisch-warmen Sound mit deutlichen R&B-Bezügen, der auch schon Udo Lindenberg begeisterte. Loro Loco (Samstag, 16.30) um die ehemalige Merlons-Sängerin Antje Hänsel kreieren eine extrem vielschichtige, akustische Popmusik, in der sich Spanische Elemente mit Hiphop, Ska oder jazzigen Elementen zwanglos verbinden.

La Boum (Samstag, 18.30 Uhr) spielen schon seit etlichen Jahren in und abseits Europas Metropolen, gerne in Clubs, doch noch lieber auf der Straße: Frischer, lebenslustiger Folk-Pop mit großem Rockabilly- und Ska-Einschlag. Ganz anders im Anschluss um 21 Uhr dann die kanadische Sängerin und Tänzerin Cyrena Dunbar mit ihrer aus dem Dunstkreis des Nürnberger Stereo-Deluxe-Labels hervorgegangen Band Wrong Kong: "Wunderschöne und bewegende Musik, die sich in einer perfekten Balance von Anmut, Aufbegehren und bittersüßem Schmerz ausdrückt", versprechen sie selbst.

Der Sebalder Platz ist wie gewohnt den Liedermachern vorbehalten und die gibt es selbstredend auch in Franken: "Harte Arbeit - Karger Lohn" nennt Dieter Vatter seine Band, der u.a. auch der vielbeschäftigte Fürther Quetschkommoden-Meister Peter Horcher angehört. Seit 30 Jahren widmet sich Vatter dem kritischen Liedermachertum - und seine Zähne sind auch heute noch scharf (Samstag, 14 Uhr). Im Anschluss um 16 Uhr spielen Dillberg "Neopopularmusik": ihr melodischer, deutschsprachiger Poprock klingt eher nach einer Mischung aus Grönemeyer und Pur, als nach fränkischer Provinz. Ganz heißer Tipp am Sonntag: Die Global Shtetl Band zählt mit ihren jüdischen Rumbas, Mambos und Boleros zu den großen Hoffnungen nicht nur der lokalen Klezmerszene (Trödelmarkt, 14 Uhr). A Pocketful of Blues, zu hören am selben Spielort am Sonntag um 16 Uhr, stehen schon seit vielen Jahren für extrem vielseitigen, klischeefreien und schwungvollen Blues.

Als etwas ausgelagerter Spielort wird ausschließlich am Freitag der Klarissenplatz bespielt: Der Nürnberger Schauspieler, Schriftsteller und Aktionskünstler Giorgio Hupfer vereinigt in seiner Band Virgin Diamonds so illustre Musiker wie den Gitarristen Roli Müller, den Bassisten Norbert Schöpa und - als Gast - den Bandoneon-Virtuosen Norbert Gabla. Zu erwarten ist eine abenteuerliche Show zwischen Rock, Chanson, Country und Jazz (19 Uhr). The Great Bertholinis werden im Anschluss ab 21.15 Uhr mit ihrer unwiderstehlichen, herrlich windschiefen Walzer-Polka-Gypsy-Blues-Mixtur die versammelten Herzen erweichen.
Peter Gruner